Was alte DNA über die Vergangenheit der Menschheit erzählt
Noch vor wenigen Jahrzehnten wusste man über die Herkunft der Europäer vorwiegend aus der Archäologie. Man verglich Werkzeuge, Keramik oder Begräbnissitten und versuchte daraus Wanderungen und kulturelle Veränderungen zu rekonstruieren. Heute können Forscher zusätzlich etwas ganz anderes untersuchen: die DNA von Menschen, die vor tausenden oder sogar zehntausenden Jahren gelebt haben. Knochen und Zähne aus Höhlen, Gräbern und archäologischen Ausgrabungsstätten enthalten oft noch lesbares Erbgut, auch wenn es in kleine Fragmente zerteilt. Allerdings müssen diese zuerst von einer viel größeren Menge nichtmenschlicher DNA getrennt werden, die von Mikroben stammt, die nach dem Tod die Knochen besiedeln. Wenn man dieses alte Erbgut mit dem Erbgut heutiger Menschen vergleicht, lassen sich erstaunlich genaue Informationen über Abstammung, Wanderungen und Vermischungen gewinnen. Dadurch erscheint die Geschichte Europas heute ganz anders als noch vor zwanzig Jahren. Eine Schlüsselrolle spielte...