Was Frostschutzproteine über Evolution verraten
Wie können Fische in den Polarmeeren überleben, wo das Wasser bis auf knapp −2 °C abkühlt? Durch seinen Salzgehalt bleibt das Meerwasser nämlich auch bei dieser Temperatur noch flüssig.Die Körperflüssigkeiten gewöhnlicher Meeresfische haben dagegen einen Gefrierpunkt von ungefähr −0,7 °C. Bildet sich Eis in den Zellen eines Fisches, beschädigen die Eiskristalle Zellstrukturen und Membranen. Und wenn in der Gewebeflüssigkeit zwischen den Zellen Eis entsteht, steigt die Salzkonzentration in der verbleibenden Flüssigkeit. Dadurch wird Wasser aus den Zellen gezogen, sie schrumpfen und werden geschädigt. Um bei knapp −2 °C zu überleben, brauchen Polarfische also einen Schutz vor Eisbildung. Diesen Schutz bieten ihnen Frostschutzproteine: Sie binden an winzige Eiskristalle und verhindern, dass diese weiterwachsen. In den arktischen Meeren gibt es mehrere Fischfamilien, die unterschiedliche Arten von Frostschutzproteinen hervorgebracht haben. Besonders interessant sind die Kabeljauverwand...