Ein Nobelpreis für die Neutrinoastronomie
Sie durchqueren unseren Körper, die Erde und sogar ganze Sterne, meist ohne Spuren zu hinterlassen: Neutrinos gehören zu den faszinierendsten Teilchen der Natur. Der Physik-Nobelpreis 2026 für Francis Halzen würdigt die Entwicklung eines Observatoriums, mit dem diese schwer fassbaren Teilchen aus den Tiefen des Weltalls aufgespürt werden können. Die Entdeckungsgeschichte der Neutrinos beginnt mit einem Rätsel der Kernphysik. Wenn ein Atomkern zerfällt und dabei ein Elektron aussendet, kann man berechnen, wie viel Energie dieses Elektron mitnimmt. Doch die Messungen zeigten etwas anderes: Die Elektronen hatten ganz unterschiedliche Energien. Es schien, als verschwinde ein Teil der Energie einfach spurlos. Der Physiker Niels Bohr erwog deshalb, dass bei solchen Vorgängen möglicherweise die Energieerhaltung nicht gilt. Wolfgang Pauli wollte sich damit nicht abfinden. 1930 schlug er vor, dass beim Zerfall neben dem Elektron noch ein weiteres, bis dahin unbekanntes Teilchen entsteht, das di...