Wie die Körperhaltung das Beten beeinflusst
Wenn Menschen beten, tun sie das nicht nur mit Worten oder Gedanken. Sie tun es auch mit ihrem Körper: Sie knien, werfen sich nieder oder stehen mit erhobenen Händen. Oder sie sitzen, beugen den Kopf und falten die Hände. Die Psychologie stellt hier eine interessante Frage: Welche Verbindung besteht zwischen diesen Körperhaltungen und dem inneren Erleben des Gebets? Dieser Frage geht eine aktuelle Studie nach, die 2024 unter dem Titel „Kneel, stand, prostrate: The psychology of prayer postures in three world religions“ in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht wurde. Die Autoren gehen davon aus, dass religiöse Erfahrungen nicht nur im Denken oder Fühlen stattfinden, sondern auch eng mit dem Körper verbunden sind. Sie knüpfen hierbei an Forschung aus der Embodiment-Psychologie an, nach der körperliche Haltungen („postures“) mit bestimmten emotionalen und kognitiven Zuständen verbunden sind. Frühere Studien haben gezeigt, dass expansive Körperhaltungen, also offene, aufrechte u...